Thema: Nachzuchten und Wildfang

Laut Kritikern passen Artenschutz und derzeit 15 % geplanter Wildfang nicht zusammen! Trägt die internationale, boomende Aquarienindustrie so auch ihren Teil zum Tod vieler Haie bei?
Ohne Wissensvermittlung kein Artenschutz. Allein zwischen 2014 und 2016 wurden durch EAZA-Einrichtungen 25.000.000 Euro in den Artenschutz investiert. Keine Tierschutzorganisation erwirtschaftet und investiert diese Summen. Wildfang ist dann vertretbar, wenn es sich um einzelne Tiere handelt, die als Botschafter ihrer Art zum Schutz der gesamten Population beitragen. Dies ist angesichts von 100.000.000 getöteter Haien im Jahr und der zu erwartenden Aufmerksamkeit durch SHARK CITY aus unserer Sicht noch zu rechtfertigen. Es sterben durchschnittlich 190 Haie – pro Minute.
In SHARK CITY wird der größte Teil des Besatzes der Haie aus Nachzuchten und Übernahmen aus anderen Aquarien bestehen – das sind 85 Prozent. Beim aktuell geplanten Wildfang geht es derzeit um maximal 23 Haie, die bestens gepflegt werden und deren Zahl möglichst weiter zu reduzieren ist. 190 tote Haie alle 60 Sekunden – das ist die bittere Wahrheit. Ein „Boom der Aquarienindustrie“ ist eine interessante, leider wie so oft undefinierte Realität seitens der Kritiker, wenn es gerade in die Liste der Behauptungen passt. Denn sonst wird gerne behauptet, Aquarien seien nicht zeitgemäß, nicht mehr erfolgreich, SHARK CITY bald eine Bauruine, mit der sich aber Geldhaie die Taschen füllen. Das nachzuvollziehen, ist nicht immer ganz leicht …

 

99% aller Salzwasseraquarienfische sind Wildfänge, da sie nicht gezüchtet werden können, so die Kritiker. Ist der Lebenszyklus zu komplex, um in Aquarien nachempfunden zu werden?
Die Zahlen der EAZA/WAZA besagen das Gegenteil. Es werden mittlerweile viele Knorpelfische und Knochenfische gezüchtet. Gerade durch erfolgreiche Nachzuchten in den professionell betriebenen Großaquarien, werden viele Fische nicht mehr der Natur entnommen. Der enorme Anstieg der Nachkommen, zeigt die gute und professionelle Arbeit der Aquarien.
Kleines Detail: Haie sind keine Salzwasseraquarienfische. Hier werden zwei Tierklassen miteinander verwechselt.

 

Es gibt weltweit keine Zuchtprogramme für lebendgebärende Haie, da sie sich in Gefangenschaft (bis auf ganz wenige Ausnahmen) nicht vermehren, so die Kritiker. Resultieren „Zuchterfolge“ meist aus wild gefangenen Weibchen, die bereits schwanger ins Aquarium gelangen und dort gebären?
Es gibt nachweislich erfolgreiche Nachzuchten und Zuchtprogramme – das wissen auch die Tierschutzorganisationen, daher wundern wir uns sehr über diese Aussagen. Wenn man bedenkt, dass es nur wenige lebendgebärende Haie in Aquarien gibt, sind auch schon wenige Fälle schon eine Menge. Da viele Haie in Aquarien erst jetzt geschlechtsreif sind, können auch jetzt erst Erfahrungen gesammelt werden. Diese zeigen, dass die Züchtung sehr wohl möglich ist.

 

Selbst wenn Haie aus zu kleinen Becken von anderen Zoos oder aus sogenannten „Auffangstationen“ übernommen werden, so stammen diese Haie wiederum aus dem offenen Meer, so die Kritker. Werden in die nun leeren Aquarien kleinere Wildfänge nachbesetzt, bis auch diese wieder zu groß für die Becken sind?
Wir kennen solche Auffangstationen nicht und uns ist dieser Vorgang nicht bekannt. Wenn Tiere aus einem zu kleinen Becken genommen werden, dann wird dort dafür gesorgt, dass diese Art nicht mehr dort schwimmen sollte. In dem Vorwurf geht es wahrscheinlich auch mehr um Vergnügungsparks und Privataquarien und nicht um zoologische Einrichtungen.